Am 17. Mai 2026 erreichte uns eine Nachricht, die uns tief erschüttert hat. Bei einem Großbrand am Pier 3 in Cebu City auf den Philippinen wurde auch das Gelände unseres Bildungsprojekts vollständig zerstört.
Von dem Haus, das über viele Jahre hinweg ein sicherer Ort für die Kinder der Gemeinschaft war, ist nichts geblieben. Gemeinsam mit dem Gebäude gingen die gesamte Einrichtung, Computer, Lernmaterialien und viele weitere Ausstattungsgegenstände verloren. Für die Kinder war das Haus weit mehr als nur ein Gebäude. Es war ein geschützter Ort zum Lernen, Spielen, Essen und Ankommen.


Besonders schwer trifft die Katastrophe die Familien vor Ort. Viele von ihnen haben ebenfalls ihre Häuser und ihr gesamtes Hab und Gut verloren und wurden nach dem Brand vorübergehend an unterschiedliche Orte umgesiedelt. Heute leben zahlreiche Familien in Notunterkünften oder Zelten. Die Kinder und ihre Angehörigen sind dadurch über verschiedene Standorte verteilt, was die Betreuung und Kommunikation deutlich erschwert.

Unsere Partnerinnen Line und Camilla waren bereits in der Nacht des Brandes vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen und die betroffenen Familien zu unterstützen. In den Tagen und Wochen danach organisierten sie gemeinsam mit Helferinnen und Helfern Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung und weitere dringend benötigte Hilfsgüter. Sie besuchten die Familien regelmäßig, standen ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite und halfen dabei, die dringendsten Bedürfnisse zu decken.
Noch immer herrscht große Unsicherheit über die Zukunft des Geländes. Das betroffene Gebiet wurde von den Behörden als “Ground Zero” eingestuft. Über Wochen gab es kaum Informationen darüber, wie es weitergehen wird. Inzwischen liegt jedoch die Genehmigung vor, die verbliebenen Gebäude abzureißen. Damit ist ein wichtiger erster Schritt getan, um den Weg für einen Neuanfang zu schaffen.
Mit Beginn des neuen Schuljahres haben Schülerinnen und Schüler neue Schuluniformen und Schuhe erhalten. Derzeit werden die Materiallisten der Schulen gesammelt, um die benötigten Schulmaterialien zu beschaffen. Auch unsere beiden Studenten werden weiterhin bei ihrer Ausbildung unterstützt und mit allem Notwendigen versorgt.


Darüber hinaus arbeiten unsere Partnerinnen an einer Lösung, um die tägliche Verpflegung der Kinder weiterhin sicherzustellen. Unser Ziel bleibt unverändert: Kein Kind soll aufgrund seiner schwierigen Lebenssituation auf Bildung verzichten müssen.
Unser Vorschulprogramm musste vorübergehend ausgesetzt werden, da aktuell kein geeigneter und sicherer Ort für die Betreuung der Kinder zur Verfügung steht. Sobald sich die Situation stabilisiert und geeignete Räume gefunden werden, möchten wir dieses wichtige Angebot wieder aufnehmen.

Viele unserer Kinder in Cebu City haben in ihrem Leben bereits ähnliche Krisen erlebt. Dennoch vermissen sie das Haus und die Sicherheit, die es ihnen gegeben hat. Gleichzeitig zeigen sie eine beeindruckende Stärke und Hoffnung. Die Freude über die neuen Schuluniformen und den Start ins neue Schuljahr macht deutlich, wie wichtig Kontinuität und Perspektiven gerade in schwierigen Zeiten sind.
Sobald die Abrissarbeiten abgeschlossen sind und die Behörden grünes Licht geben, möchten wir den Kindern wieder einen sicheren Ort zum Lernen, Spielen und Zusammenkommen bieten. Unser Ziel ist es, möglichst schnell an gleicher Stelle ein neues Haus zu errichten, sofern dies genehmigt wird.

Die vergangen Wochen haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig verlässliche Unterstützung in Krisenzeiten ist. Trotz des schweren Verlustes blicken die Kinder, Familien und unsere Partnerinnen vor Ort mit bemerkenswerter Hoffnung nach vorne. Diesen Weg werden wir gemeinsam mit ihnen weitergehen.