Die Stiftung Chancen für Alle hat die Schulpatenschaft für die Grundschule EPP Vohilava übernommen. Seit dem 1. Oktober 2026 finanziert sie, zunächst bis Ende 2027, was die Schule im Alltag braucht: Schulmaterial, eine monatliche Bonuszahlung für die Lehrkräfte, Fortbildungen, die Einschreibegebühren für Familien, die sie nicht aufbringen können, und den Unterhalt der Gebäude.

Als Erstes haben wir uns um die Kleinsten gekümmert. Bei unserem Besuch hatte rund ein Drittel der Erstklässler weder eine Schiefertafel noch Kreide. Wer nichts zum Schreiben hat, sitzt im Unterricht nur dabei. Auch in den höheren Klassen haben die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer erfasst, was ihren Schulkindern fehlt. Inzwischen ist alles besorgt, und jedes Kind kann wieder mitschreiben, rechnen und üben.

Für die Lehrkräfte beginnt jetzt die Planung der ersten Fortbildung. Sie wird im Fach Französisch stattfinden und von der Alliance Française durchgeführt, auf deren Qualität wir uns verlassen können.

Wie am CEG möchten wir auch an der Grundschule einen Hausmeister einstellen und ihm ein kleines Lager einrichten. Sobald er seine Arbeit aufnimmt, geht es an die Klassenräume: Die Tafeln bekommen einen neuen Anstrich, damit man wieder darauf schreiben kann, kaputte Glühbirnen werden ersetzt, und Räume ohne Strom werden elektrifiziert. Gerade in der Regenzeit, wenn dichte Wolken über der Insel hängen, wird es in den Klassen sonst so dunkel, dass kaum jemand die Tafel lesen kann. Was der Hausmeister nicht selbst erledigen kann, übernehmen Handwerker, die wir dafür beauftragen. Die Arbeiten werden so getaktet, dass der Unterricht weiterläuft.

Auch für die Bibliothek haben wir Unterstützung gefunden. Die Kinder der Pater-Rupert-Mayer-Grundschule in Pullach haben bereits einen Spendenlauf veranstaltet, um Bau und Einrichtung der Bibliothek an der EPP Vohilava mitzufinanzieren. Grundschulkinder laufen für Grundschulkinder, das berührt uns sehr. Und diese Bibliothek ist dringend nötig. Die Lehrkräfte beider Schulen in Vohilava haben uns berichtet, dass die Lesekompetenz der Kinder sehr schwach ist. Das hat auch mit der Sprachenvielfalt zu tun. Die Kinder wachsen mit der Sprache ihrer Insel auf, lernen dann Malagasy und schließlich Französisch, das an den weiterführenden Schulen die überwiegende Unterrichtssprache ist. Umso wichtiger ist es, dass es in all diesen Sprachen genügend altersgerechte Bücher gibt, die den Kindern Freude am Lesen schenken und ihre Lese- und Sprachkompetenz stärken.

Was noch fehlt

Die Stiftung trägt die laufenden Kosten. Zwei einmalige Vorhaben sind deshalb noch offen.

Die Schulmöbel: Der Schreiner hat bereits begonnen, Tische und Bänke zu sichten. Ein Teil lässt sich reparieren, ein Teil muss neu gebaut werden. Im Moment teilen sich oft fünf Kinder eine Bank, und das muss sich ändern.

Die Uferbefestigung: Die EPP liegt direkt am Indischen Ozean. Von Dezember bis April, wenn die Zyklone kommen, steht das Schulgelände regelmäßig unter Wasser. Seit das Nachbargrundstück sein Ufer erhöht und befestigt hat, wird die Schule noch stärker getroffen. Ein örtliches Bauunternehmen hat eine Mauer angeboten, wie sie auf Madagaskar üblich ist: Stahlbetonstützen und Betonbalken als Gerüst, dazwischen Bruchsteine und Mörtel. Die Kosten betragen 11.800 €. Ohne diesen Schutz wäre jede Investition in die Gebäude jedes Jahr aufs Neue gefährdet. Unser Ziel ist, mit dem Bau noch vor der Zyklonsaison zu beginnen.

Im September 2027 besuchen wir voraussichtlich die Schule gemeinsam mit der Stiftung Chancen für Alle. Wir sind gespannt, was sich bis dahin bewegt hat.

Wir danken der Stiftung Chancen für alle und den Kindern, Eltern und Lehrkräften der Pater-Rupert-Mayer-Grundschule sehr herzlich. Sie haben den 750 Kindern der EPP Vohilava etwas geschenkt, das man nicht kaufen kann, nämlich das Gefühl, dass jemand sich für sie, ihre Bildung und Zukunft interessiert.

Wenn auch Sie helfen möchten, dass jedes Kind einen eigenen Platz auf der Schulbank hat und die Schule vor dem Meer geschützt ist, freuen wir uns über Ihre Spende.