Manchmal beginnt eine große Geschichte mit einem kleinen Glas an der Kasse.

Seit 2024 steht in Sandra Spotts Lifestyle-Laden JusComte in München genau so ein Glas – gefüllt mit unseren Spendenbändchen. Wer möchte, spendet an der Kasse und darf sich dafür ein Bändchen nehmen; eine Spende, die in der Regel drei Monate Schulmaterial für eines unserer Kinder ermöglicht. Für Sandra war das nie nur ein netter Artikel neben der Kasse: Sie spricht ihre Kundinnen und Kunden aktiv an, erzählt von unserer Arbeit, verpackt jedes Bändchen persönlich und liebevoll – auch wenn sie selbst keinen Cent daran verdient. Dank ihres Einsatzes ist unsere Bekanntheit in München spürbar gewachsen.

Genau dieses Herzblut hat mich Anfang des Jahres auf eine Idee gebracht.

Eine bessere Schule reicht nicht – wenn die Sprache zur Hürde wird

Unsere Kinder in Madagaskar besuchen die Grundschule EPP Tsivonoe, die wir in den letzten Jahren gezielt verbessert haben. Der eigentliche Wendepunkt kommt aber beim Wechsel auf die weiterführende Schule: Dort wird auf Französisch unterrichtet – einer Sprache, die Kinder nicht wirklich sprechen, weil die Französisch-Förderung an unserer Grundschule bislang schlicht noch nicht ausreichend ausgeprägt war. Genau daran arbeiten wir bereits. Der Wechsel auf die Victory School, eine Privatschule mit anspruchsvollerem Umfeld, ist für unsere Kinder deshalb eine große Chance und eine große Hürde zugleich. Schulleiter Marcus berichtet uns, wie engagiert und zuverlässig unsere Kinder sind – und gleichzeitig, wie schwer es ihnen fällt, dem Unterricht sprachlich zu folgen.

Das zeigt mir immer wieder: Es reicht nicht, Kindern die Chance zu geben, auf eine bessere Schule zu wechseln. Man muss ihnen auch das Rüstzeug mitgeben, damit sie dort wirklich mithalten können. Das gelingt nur, wenn man ganz genau hinschaut, woran es im Einzelfall liegt – und wenn man Partner wie Marcus vor Ort hat, die ehrlich zurückspiegeln, wo die Kinder stehen. Deshalb finanzieren wir inzwischen einen Französischlehrer für Zusatzunterricht, und weil im September 32 weitere Kinder wechseln, werden es ab dann sogar zwei Lehrkräfte sein.

Aus dem Bändchen-Glas wird ein Sprachförderprogramm

Mit genau diesem Anliegen bin ich auf Sandra zugegangen: ob sie sich vorstellen könnte, mit den Spenden rund um die Bändchen gezielt dieses Projekt zu tragen. Sie war sofort begeistert – und genau diese Begeisterung erklärt sie mir auch selbst: Was sie an unserer Arbeit überzeugt, sei vor allem, dass es nie um abstrakte Zahlen gehe, sondern immer um jedes einzelne Kind und seine Zukunft, während gleichzeitig jeder Euro nachvollziehbar dort ankommt, wo er gebraucht wird. Persönlich wichtig ist ihr, dass die Kinder durch Bildung die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten – und vielleicht eines Tages selbst anderen helfen können.

Zum Französisch-Projekt sagt sie, der Wechsel auf die Victory School sei für die Kinder ein wichtiger Schritt, doch die Sprache dürfe nicht zur Hürde werden, die sie trotz ihrer Fähigkeiten zurückhält – sie hofft, dass die Kinder dadurch nicht nur sprachlich aufholen, sondern sich an ihrer neuen Schule wirklich zugehörig fühlen. Und sie ergänzt einen Gedanken, der auch mir am Herzen liegt: Engagement müsse nicht kompliziert sein – schon eine kleine Spende oder ein Gespräch über das Projekt könne etwas in Bewegung setzen.

Das Jahr ist noch nicht vorbei, aber wir sind auf einem sehr guten Weg, dass Sandra mit den Spenden rund um die Bändchen die kompletten Kosten für das Französisch-Projekt trägt. Aus einem Glas an einer Kasse in München ist so ein ganzes Sprachförderprogramm für unsere Kinder in Madagaskar entstanden.

Wir danken Sandra von Herzen für ihr unermüdliches Engagement.