Die letzten zehn Tage haben wir in Madagaskar verbracht, mit dem Ziel, uns Schulen auf Sainte-Marie anzuschauen. Sainte-Marie ist eine Insel im Nordosten Madagaskars, die ich zuletzt vor drei Jahren besucht habe.

Die Insel zeichnet sich durch ihr tropisches Klima aus: Es gibt das ganze Jahr über ausreichend zu essen, und die Bevölkerung muss nicht hungern, außer in den Zeiten der Zyklone. Somit ist die Armut einfacher zu ertragen, weil sie weniger existenziell ist. Madagaskar zählt zu den fünf ärmsten Ländern und zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung (HDI) nimmt es den 183. Platz von 193 Staaten ein.
Auch für die Menschen der Insel ist alles schwierig, was gekauft werden muss: Eltern können sich oft weder die Schulgebühren noch die Schuluniformen oder das Schulmaterial ihrer Kinder leisten.
Die erste Schule, die wir Ihnen vorstellen möchten, ist die EPP Vohilava, eine staatliche Grundschule mit über 750 Kindern, von der Vorschule bis einschließlich der siebten Klasse.


Der bauliche und materielle Zustand ist dramatisch: Es fehlt an Schulmaterial, Schuluniformen und Schulmöbeln. Die Gebäude sind marode, teilweise schimmelig und feucht. Die Tafeln sind so beschädigt, dass damit kein sinnvoller Unterricht mehr stattfinden kann. Viele Kinder sitzen auf kaputten Möbeln oder teilen sich zu fünft eine Bank, ohne über eigenes Schulmaterial zu verfügen. Für die Vorschule fehlt jegliches Spielzeug, für die Grundschule gibt es keinen Spielplatz. Sportmöglichkeiten gibt es ebenso wenig: keine Tore, keine Basketballkörbe, keine Springseile. Eine Bibliothek existiert nicht.


Demgegenüber steht eine motivierte Lehrerschaft, die fest entschlossen ist, den Kindern trotz dieser Bedingungen eine gute Bildung zu vermitteln.
Wir suchen einen Schulpaten, der diese Schule mittel- bis langfristig finanziell unter seine Fittiche nimmt. Aktuell gibt es an der Schule 17 Lehrkräfte. 14 davon werden vom madagassischen Staat bezahlt, allerdings ist das Gehalt sehr niedrig und unzureichend. Die übrigen drei Lehrkräfte arbeiten unbezahlt als Volontäre. Ihr Lohn wird teilweise aus den Schulgebühren der Eltern finanziert, die jedoch zu einem großen Prozentsatz nicht entrichtet werden. Damit der Unterricht wirklich funktionieren kann, bräuchte es außerdem drei zusätzliche Lehrkräfte. Für eine langfristige Finanzierung bedeutet das konkret:
- jährliche Unterstützung bei Schulmaterial
- Unterstützung bei Schuluniformen
- Unterstützung bei Schulgeldern
- ein zusätzliches Gehalt für 14 festangestellte Lehrkräfte
- ein Gehalt für die drei unbezahlten Lehrkräfte
- die finanzielle Möglichkeit, drei weitere Lehrkräfte zu engagieren
Zusätzlich zur Personalfinanzierung braucht die Schule Unterstützung, um die bestehenden Gebäude zu renovieren, damit dort überhaupt wieder sinnvoll Unterricht stattfinden kann. Dazu gehört, dass ausreichend Tische und Bänke für Kinder und Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden. Im nächsten Schritt möchten wir einen Spielplatz für die Vorschule einrichten, die sich auf der anderen Straßenseite befindet, sowie einen weiteren für die Grundschule. Außerdem möchten wir den bestehenden Sportplatz instand setzen und den Kindern Spiel- und Sportequipment zur Verfügung stellen. Das dient nicht nur einer sinnvollen Pausengestaltung und der motorischen Entwicklung, sondern soll auch mehr Freude in den Alltag der Kinder bringen.


Mit diesen Schritten wäre die Grundlage geschaffen, um an der Schule wieder verlässlich Bildung zu vermitteln. Im nächsten Schritt möchten wir gemeinsam mit der Schule daran arbeiten, das Bildungsniveau des Lehrpersonals anzuheben. Dies haben wir bereits mit den Lehrkräften und der Schulleitung vor Ort besprochen. Es besteht großes Interesse an Schulungen in den Bereichen Pädagogik, Sprache und IT. Die Schulgemeinschaft wird sich noch genauer dazu austauschen, wo konkret Wissen fehlt, das sich die Lehrkräfte gerne aneignen möchten, um es an die Kinder weiterzugeben.
Zudem planen wir, wie an den meisten unserer anderen Partnerschulen, eine Bibliothek einzurichten. Sie soll über ausreichend Bücher verfügen, sowohl in mehreren Sprachen als auch zu unterschiedlichen Interessensgebieten. Die Bibliothek soll ein Ort sein, an dem Bücher ausgeliehen werden können, an dem gelesen wird und an dem auch Brettspiele oder Ähnliches für gemeinsame Spielrunden bereitstehen.
Falls Sie sich vorstellen könnten, diese Schule zu unterstützen, sei es umfassend oder auch nur in einzelnen Bereichen einmalig, sprechen Sie uns gerne an.
