Unsere Partnerin Rova
Rova haben wir vor drei Jahren kennengelernt, als wir die Insel zum ersten Mal besucht haben. Damals leitete sie das Hotel, in dem wir untergebracht waren, und bot uns schon bei diesem ersten Treffen an, sich, sobald sie hörte, womit wir uns beschäftigen, jederzeit gerne für Bildung in Madagaskar, insbesondere auf Sainte-Marie, einzusetzen. Wir sind seitdem in Kontakt geblieben, und als wir überlegten, die Insel in unsere Arbeit aufzunehmen, haben wir uns wieder bei ihr gemeldet.Rova arbeitet mittlerweile nicht mehr im Hotel. Sie hat zwei Kinder im Grundschulalter, und der Job ließ ihr zu wenig Zeit, sie aufwachsen zu sehen. Heute arbeitet sie für Projekte der Inselverwaltung, vor allem in den Bereichen Analyse und strategische Entwicklung, und kennt dadurch alle relevanten Ansprechpartner auf der Insel. Im Vorfeld unseres Besuchs hat sie bereits alle infrage kommenden Schulen analysiert, evaluiert und Prioritäten gesetzt. Dabei ging es vor allem darum herauszufinden, welche Schulen die größte Bereitschaft und das größte Entwicklungspotenzial mitbringen und unsere Unterstützung am besten als Motivation für ihr eigenes Engagement nutzen würden, ganz im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe.Wir sind sehr glücklich, mit Rova eine neue lokale Koordinatorin gefunden zu haben. Durch ihre Ausbildung ebenso wie durch ihr zugewandtes Wesen wird sie dafür sorgen, dass Maßnahmen umgesetzt und neue entwickelt werden und dass immer wieder überprüft wird, ob die Schulen in der Lage sind, den nächsten Schritt zu gehen, beziehungsweise ob bereits umgesetzte Maßnahmen tatsächlich greifen.

Ausblick
Unser Vorgehen sieht normalerweise vor, uns zunächst einer Grundschule zu widmen, und erst wenn deren Finanzierung nachhaltig steht, wenden wir uns der weiterführenden Schule zu. Auf Sainte-Marie haben wir nun ausnahmsweise beschlossen, die erste und die zweite Schule gleichzeitig in unsere Unterstützung aufzunehmen, und hoffen, für beide Schulpaten und Spender zu finden, sei es für die Schulen insgesamt oder für einzelne Bereiche.Im September nächsten Jahres werden wir wieder nach Sainte-Marie fliegen. Sollten beide Schulen bis dahin stimmig und gut funktionieren, ziehen wir in Betracht, auch das Gymnasium aufzunehmen, damit wir die Kinder bis zum Ende ihres schulischen Bildungswegs begleiten können.



Unsere Vision
Die meisten Menschen auf Sainte-Marie leben seit Generationen dort und sind fest verwurzelt. Für Menschen von außerhalb ist es oft schwer, sich dort einzuleben: Sie bleiben immer die Neuen und müssen zudem die Inselsprache erlernen. Gleichzeitig haben wir in vielen Gesprächen erfahren, dass die Insel ihren eigenen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nicht decken kann, weil die entsprechenden Ausbildungen fehlen. Es gibt zu wenig Lehrkräfte, zu wenig Sekretärinnen, aber auch zu wenig Elektriker, Klempner, Optiker und viele weitere Berufe, für die sich keine entsprechend ausgebildeten Fachkräfte finden lassen.Unser Ziel ist es, nach der Sicherung der schulischen Grundbildung zu prüfen, inwieweit wir gezielt für die benötigten Berufsfelder ausbilden können, damit die Insel ihren Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zunehmend selbst decken kann. Das ist zweifellos eine große Vision, aber sie entspricht genau unserer Überzeugung, nämlich dass Kinder und Jugendliche durch eine fundierte Bildung Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben finden, möglichst in ihrer Heimat.Vielleicht gelingt es uns durch unser Engagement, etwas mehr Wohlstand zu schaffen und die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Wenn wir junge Menschen ausbilden, verändert das etwas auf der ganzen Insel: Sie finden entsprechende Arbeit, verdienen besser, können ihren eigenen Kindern bessere Perspektiven bieten, und so hat das Wohlstandsniveau die Chance, sich insgesamt anzuheben. Wenn Sie uns bei unserer Arbeit unterstützen möchten, dann melden Sie sich bitte bei uns. Sainte-Marie ist zudem auf jeden Fall eine Reise wert, als noch recht intaktes Inselparadies.

