Am 10. Juni bin ich nach Togo gereist, um mir in Balanka, im Norden des Landes, Schulen anzuschauen, die wir perspektivisch unterstützen könnten. Doch noch bevor diese Reise überhaupt losging, hatte sich bei uns schon eine ganz eigene Geschichte entwickelt – eine, die zeigt, was Engagement bewirken kann.

Die Spende der E-Jugend-Mannschaft des VfR Waldhof Mannheim

Eine Mutter eines jungen Mitglieds des Vereins hatte sich vor meiner Abreise bei uns gemeldet. Die E-Jugend-Mannschaft hatte im Rahmen verschiedener Aktionen – unter anderem eines Waffelverkaufs – Geld gesammelt, um Kindern in Entwicklungsländern ihre eigene Leidenschaft für den Fußball zu ermöglichen. Kinder haben sich hier ganz aus eigenem Antrieb für Kinder eingesetzt. Was sie mit ihrem Einsatz zusammengetragen haben, ergänzt durch einige Spenden aus dem Umfeld der Mannschaft, ist wirklich in dem Bereich angekommen, für den sich die Kinder eingesetzt haben. In Absprache haben wir den Betrag zwischen Nepal, wo ich im Herbst wieder vor Ort sein werde, und Togo aufgeteilt.

Direkt nach meiner Ankunft in Lomé sind wir in einen Laden gefahren und haben Fußbälle gekauft: zwei große und fünf kleine. Die kleinen Bälle gingen an Grundschulen in Balanka, die großen ans dortige Gymnasium.

Von Ball zu Trainingsausstattung: Warawoul FC

In Balanka hatte ich mehrere Gespräche, unter anderem mit Mohammed, einem sehr engagierten jungen Mann, der die dortige Jugendmannschaft, den Warawoul FC, trainiert. Alle, mit denen ich sprach, waren sich einig: Das Team ist herausragend talentiert. Ich habe die Mannschaft beim Training besucht und kam mit Mohammed ins Gespräch, der neben Französisch auch gut Englisch spricht.

Er erzählte mir, dass das Team deutlich besser werden könnte, wenn einfache Trainingsutensilien vorhanden wären – Leibchen, Hütchen, Pylonen und Ähnliches. Da Sport für uns ebenso zu Bildung gehört, habe ich Mohammed gebeten, gemeinsam mit dem Team eine Liste des Benötigten zusammenzustellen und einen Laden in Lomé zu finden. Vor meiner Abreise habe ich die Ausstattung besorgt und nach Balanka bringen lassen.

Der Betrag dafür war überschaubar und konnte durch die Spende des VfR Waldhof Mannheim gedeckt werden – die Freude des Teams war riesig und bietet ihnen erst mal eine gute Perspektive. Aus einem Waffelverkauf in Mannheim wurde so, ganz konkret, Ausrüstung für ein Team in Balanka. Ich hoffe, diese Geschichte zeigt auch anderen Kindern und Vereinen: Mit jeder Aktion lässt sich etwas bewegen!

Und die Schulen in Balanka?

Die eigentliche Reise galt der Frage, ob wir mit unserer Kontaktperson Koko, die selbst aus Balanka stammt, dort perspektivisch Schulen unterstützen können. Wir haben viele gute und offene Gespräche geführt, für die ich Koko sehr dankbar bin.

Unsere Arbeit versteht sich vor allem als Hilfe zur Selbsthilfe: Sie lebt davon, dass sich die Schulgemeinschaft vor Ort engagiert und dass wir regelmäßig überprüfen können, welche Maßnahmen greifen und wo wir nachsteuern müssen – nur so stellen wir sicher, dass eine Förderung sich tatsächlich in besserer Bildung und besseren Chancen für die Kinder niederschlägt. Genau diese konstante Präsenz vor Ort konnten wir für Balanka in der Form, wie wir sie für unsere Arbeit brauchen, am Ende nicht finden. Deshalb haben wir uns entschieden, dieses Projekt nicht weiterzuverfolgen.

Lassen Sie Ihre eigene Geschichte entstehen

Vielleicht inspiriert Sie, was die Fußballspieler aus Mannheim auf die Beine gestellt haben, und Ihnen fällt eine eigene Aktion ein, mit der Sie unsere Arbeit unterstützen möchten. Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme und finden im Gespräch immer einen guten Zweck, den man gemeinsam verfolgen kann. Denn oft lässt sich auch mit überschaubaren Beträgen etwas ganz Besonderes schaffen – und unfassbar viel Freude schenken.