Im April 2018 haben wir die Schule Igoma C in einem Vorort von Mwanza am Victoriasee in Tansania als Projekt aufgenommen. Jeder Lehrer unterrichtete teils zeitgleich 220 Kinder in renovierungsbedürftigen Räumen mit Löchern in den Dächern. Wenn es regnete, regnete es auf Tische und Stühle, noch dazu auf die Schulhefte und vor allen Dingen wurden auch Kinder und Lehrkräfte nass. Schulhefte waren rar und viele Kinder mussten sich die Bücher teilen. Strom und Wasser gab es nicht, selbst das Wasser für die Toilettenspülung mussten die Kinder von Zuhause mitnehmen.

Die Schule zeigte sich in einem erbärmlichen Zustand. Unser Auftrag, Bildung für alle zu ermöglichen, wurde hier klar gefordert. Bildung kann aber nur dann vermittelt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich die Schüler auf den Unterricht einlassen können. Die Igoma C Primary School glich eher einer bitter armen Behelfsbaracke, ohne Strom und fließendes Wasser, als einem Schulgebäude für die 1.800 Schüler.

Was wir bisher erreicht haben

Nachdem Maren Reisner, Gründerin von A Bleistift FOR EVERYONE die Schule im April 2018 besucht hat, wurde schnell klar, dass hier Hilfe nötig ist. Neben den prekären Zuständen des Gebäudes war auch der vorhandene Raum zu knapp. So musste nicht nur das Gebäude saniert, sondern auch angebaut werden.

Also hieß es, Ärmel hochkrempeln und anpacken. Im ersten Jahr, bis März 2019, wurde das Dach erneuert und das bestehende Gebäude renoviert. Durch staatliche Unterstützung konnten neue Klassenräume entstehen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2019 wurde die Schule an das Stromnetz angeschlossen.

Aufbau der Trinkwasserversorgung

Seit Beginn des Engagements war klar, dass eine Trinkwasserversorgung für die Schule unerlässlich ist. Zunächst war ein Brunnen geplant, der die Schule mit Wasser versorgen sollte. Einen herben Rückschlag brachte eine Probebohrung nach Grundwasser. Die Schule steht auf einem Boden, der nicht ausreichend Grundwasser in erreichbarer Tiefe vorhält. Somit war die Idee eines Trinkwasserbrunnens gestorben und es musste überlegt werden, wie das Wasser sonst bereitgestellt werden kann.

Letzten Endes wurde der Aufbau einer Regenwasseraufbereitungsanlage favorisiert. Im Januar 2020 wurde mit den Arbeiten begonnen und seit kurzem ist die Anlage in Betrieb. Mit dieser Anlage können heute maximal 40.000 Liter Regenwasser aufgefangen werden. Ein Teil davon wird über ein Filtersystem zu Trinkwasser aufbereitet.

Der Aufbau der Anlage ist für uns faszinierend. Wir sind daran gewöhnt, dass Wasser aus der Leitung kommt.

Zunächst wird Regenwasser in einem Auffangbecken mit 40.000 Liter Volumen gesammelt. An der Schule wird das Wasser vom neuen Schuldach über Regenrinnen in das Bassin geleitet. Weil das Wasser zur Bewässerung des Schulgartens und der Toilettenspülung nicht gereinigt werden muss, gibt es an diesem Becken auch Entnahmestellen in Form von Wasserhähnen.

Durch ein Leitungssystem wird ein Teil des Wassers in einen weiteren, 5.000 Liter fassenden Tank, umgepumpt. Dieser ist deutlich über dem Bodenniveau aufgestellt. Dadurch kann mit Hilfe der Gravitation das Wasser durch eine Filteranlage fließen und so gereinigt werden. Am Schluss des Systems stehen den Schülern und den Menschen aus der Umgebung 500 Liter Trinkwasser in einem gemauerten Tank zur Verfügung. Auch hier sind Wasserhähne vorhanden, damit das Wasser entnommen werden kann.

Weit mehr als ein Schulprojekt

Die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage steht nicht nur den Schülern zur Verfügung, sie ist für 3.000 Personen ausgelegt und versorgt so die Community rund um die Schule mit.

Auch in Tansania hat Corona Spuren hinterlassen und die Schulen wurden geschlossen. So auch die Igoma C Primary School.

Die Menschen in Tansania haben einen völlig anderen Lebensstil und leben quasi von der Hand in den Mund. Ihr täglicher Verdienst ist für den Lebensunterhalt notwendig. Bricht das Einkommen über einen längeren Zeitraum weg, hätten sie keine Chance, sich das Nötigste zu leisten. Dadurch, dass an der Wasseraufbereitungsanlage weitergearbeitet wurde, konnte das Projekt den Arbeitern ihr Einkommen sichern.

Tansania ist von der Corona-Krise ebenso betroffen, wie der Rest der Welt. Wir hoffen, dass die Menschen in Mwanza gesund bleiben und die Kinder bald wieder in die Schule gehen können. Wasser für ausreichendes Händewaschen ist nun jedenfalls vorhanden.

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