Nach unseren intensiven Gesprächen mit dem Lehrerkollegium der Grundschule Tsivonoe war schnell klar: Alle sind mit großem Engagement dabei, die gemeinsam beschlossenen Verbesserungen für unsere Schule umzusetzen. Schon kurz nach den Abstimmungen herrschte spürbare Aufbruchsstimmung, und mit viel Elan machten sich alle an die Arbeit.
Gemeinsam planen und umsetzen
Wie bereits berichtet, hatten wir die Lehrerinnen und Lehrer gebeten, zusammenzutragen, was sie im Alltag benötigen, um das Lehren und Lernen einfacher und besser zu gestalten. Daraus entstand eine ganze Reihe sinnvoller Maßnahmen: mehr Bücher für die Schulbibliothek, neue Französischkurse für die Lehrkräfte, zusätzlicher Französischunterricht für die beiden letzten Grundschulklassen, eine angepasste Menge der Mittagsverpflegung aufgrund der steigenden Schülerzahlen sowie eine Erste-Hilfe-Ausrüstung für den Schulalltag.
Kaum waren die Entscheidungen getroffen, begann das Team mit der Umsetzung. Lehrpläne wurden angepasst, Unterrichtszeiten neu verteilt und Aufgaben im Kollegium flexibel organisiert, immer mit dem Ziel, gemeinsam das Beste für die Kinder herauszuholen. Die Energie, Freude und Dynamik, die dabei zu spüren war, hat uns tief beeindruckt.
Ein Tag voller Besorgungen mit Herz und Humor
Gemeinsam mit unserer engagierten Lehrerin Saina, die sehr gut Französisch spricht (und sich dadurch deutlich von den anderen unterscheidet), machten wir uns auf den Weg nach Toliara, um die benötigten Materialien zu besorgen. Unser erster Stopp war die Apotheke, wo wir Verbandsmaterialien, Desinfektionsmittel und weitere Artikel für die Erste-Hilfe-Box einkauften. Es ist immer wieder eine schöne Erfahrung, in den lokalen Geschäften einzukaufen. Vieles ist anders, manches fehlt, dafür findet man im persönlichen Austausch oft genau das Richtige.




Anschließend ging es in die Buchhandlung. Neben neuen Büchern für die Bibliothek haben wir noch Materialien für den neuen Französischunterricht besorgt: Arbeitshefte, kleine Geschichtenhefte, ein Wörterbuch Französisch–Malagasy und umgekehrt sowie einen Bluetooth-Lautsprecher, damit die Kinder künftig auch das Hörverständnis trainieren können. Zu unserer Überraschung war die Buchhandlung erstaunlich gut bestückt. Zwar war nicht alles sofort in der gewünschten Stückzahl verfügbar, doch schon in der darauffolgenden Woche sollte die Nachlieferung an der Schule eintreffen.
Zum Abschluss kauften wir auf dem Markt große geflochtene Körbe als Mülleimer für die geplante Müllsammelaktion, geflochtene Schalen zum Reiswaschen für die Köchinnen und eine praktische Tasche für die Erste-Hilfe-Materialien. Wir konnten nicht widerstehen und haben dann noch Kekse und Bonbons für die Kinder als Überraschung gekauft. Und zu unserer großen Freude hat der Bankautomat sogar genug Geld ausgezahlt, was in einem Entwicklungsland keineswegs selbstverständlich ist. So konnten wir alle Einkäufe gleich vor Ort bezahlen.




Ein sauberer Schulhof und strahlende Kinderaugen
Bereits am nächsten Tag stand die große Aufräumaktion an. Gemeinsam mit den Schulkindern haben wir den Schulhof von Plastik und Papier befreit, mit Begeisterung und großem Teamgeist. Dabei wurde unsere neue Erste-Hilfe-Ausrüstung eingeweiht: Eine Lehrerin verletzte sich leicht am Fuß, und sofort kam die neue Tasche zum Einsatz. Wir mussten schmunzeln, da bei allem Mitgefühl auch große Freude zu spüren war, als sie verarztet werden konnte.



Zum Abschluss wartete eine besondere Überraschung. Wir überreichten den Kindern neue Fußbälle, ein lang ersehnter Wunsch. Innerhalb von Minuten bildeten sich Teams, und voller Freude und Energie wurde gespielt, gelacht und angefeuert. Außerdem hatten wir noch einige Springseile dabei, die ebenfalls mit Begeisterung angenommen wurden. Es war einer dieser Momente, in denen man unmittelbar spürt, wie viel Glück und Freude schon kleine Dinge auslösen können.





Neuer Französischunterricht gestartet
Am letzten Tag vor unserer Abreise startete auch der neue Französischunterricht mit Lehrerin Saina. Sie hatte alles liebevoll vorbereitet, von Alphabet-Übungen bis zu ersten einfachen Sätzen. Dabei zeigte sich, dass das Wissensniveau in der Klasse sehr unterschiedlich ist, und Saina wird in der kommenden Zeit eine herausfordernde Aufgabe haben: die starken Schulkinder weiter zu fördern und gleichzeitig die Schwächeren mitzunehmen.




Dankbarkeit und Zuversicht
Mit einem Herzen voller Dankbarkeit verabschiedeten wir uns nach acht intensiven und erfüllenden Tagen. Die Stimmung an der Schule ist fröhlich, die Kinder sind offen, neugierig und voller Lebensfreude. Wir wissen: Die Grundschule Tsivonoe ist auf einem sehr guten Weg, und wir freuen uns, sie auch weiterhin begleiten zu dürfen.
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Unternehmenspaten Anlagegold24 für die verlässliche Förderung seit Anbeginn, der Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP für den wunderschönen Schulbau sowie allen Patinnen und Paten, die das tägliche Mittagessen finanzieren. Dank Ihrer und eurer Unterstützung hat die Schulgemeinschaft schon wichtige Schritte gehen können, um sich nachhaltig und stabil weiterzuentwickeln. Wir freuen uns darauf, auch die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen und hoffen, dass die Schule ihren Weg selbstbewusst und irgendwann auch unabhängig weitergehen kann.