Bereits im Oktober 2024 besuchten wir die Sekundarschule Shamaliwa bei Mwanza am Viktoriasee. Die Schule ist besonders wichtig für uns, da viele Absolventinnen und Absolventen unserer Grundschule Igoma C hier ihre weiterführende Schullaufbahn fortsetzen.

Schon damals zeigte sich ein ernüchterndes Bild. Viele Gebäude befanden sich in einem schlechten Zustand: Dächer waren undicht, Decken marode, Böden und Wände rissig und abgenutzt. In zahlreichen Klassenräumen gab es keine Fenster. Zudem fehlte es an ausreichender Trinkwasserversorgung und an genügend Schulmöbeln für die rund 3.200 Schülerinnen und Schüler.

Für uns war schnell klar, dass wir dieser Schule langfristig und umfassend helfen möchten.

Unterstützung mit Hindernissen

Die Umsetzung gestaltete sich schwieriger als erwartet. Große staatliche Schulen sind in Tansania wie anderswo in bürokratische Strukturen eingebunden, die externe Unterstützung nicht immer erleichtern. Wir wandten uns mehrfach an die zuständigen Behörden, unterbreiteten konkrete Vorschläge – und warteten. Monate vergingen ohne Rückmeldung, ohne Fortschritt. Das Interesse an einer Verbesserung der Situation schien auf unserer Seite deutlich größer zu sein als auf der anderen.

Warum Bildungsprojekte, die ausschließlich dem Wohl von Kindern und Jugendlichen dienen, nicht immer begrüßt werden, können und möchten wir nicht beurteilen. Unsere Arbeit ist nicht an politische oder ideologische Vorstellungen gebunden. Wir respektieren die Bildungshoheit jedes Landes und unterstützen staatliche Schulen. Unser einziges Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen bessere Lernbedingungen und damit bessere Bildungschancen zu ermöglichen.

Ein neuer Weg für die Zusammenarbeit

Trotz aller Schwierigkeiten haben wir einen Weg gefunden. Da es sich bei Shamaliwa um eine sehr große Schule mit entsprechend umfangreichen Investitionen handelt, haben wir in Tansania eine Community Based Organisation (CBO) gegründet. Unser lokaler Partner Kishosha setzt die ersten Maßnahmen vor Ort um.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Zum Start der Zusammenarbeit organisierten wir gemeinsam mit der Schule einen großen Aufräumtag. Wir stellten Container, Müllsäcke und Reinigungsmaterialien zur Verfügung – die gesamte Schulgemeinschaft packte mit an. Das Schulgelände wurde gründlich gesäubert, die Klassenräume aufgeräumt.

Dieses gemeinsame Anpacken ist kein Zufall: Wir verstehen unsere Unterstützung nicht als einseitige Hilfe, sondern als Partnerschaft. Wir bringen Mittel und Know-how, die Schulgemeinschaft bringt Engagement und Eigenverantwortung. Nur so entsteht nachhaltige Entwicklung.

Schulmaterialien für das kommende Schuljahr

Kurz vor Beginn der Sommerferien konnten wir die ersten konkreten Maßnahmen umsetzen: Die bedürftigsten Schülerinnen und Schüler erhielten Schulmaterialien für das kommende Schuljahr, außerdem wurden Druckerpapier und Druckerkartuschen für die Schule angeschafft.

Schulmaterialien sind eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Wir danken der Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung, die uns im Bereich der Jugendarbeit unterstützt und diese Anschaffungen ermöglicht hat.

Die Renovierung beginnt

Nun steht der nächste große Schritt bevor: die umfassende Renovierung von 22 Klassenräumen. Wände, Decken und Böden werden instand gesetzt, beschädigte Dächer repariert. Anschließend werden die Klassenräume mit Tischen und Bänken ausgestattet, außerdem werden Schulmöbel angeschafft – damit alle 3.200 Schülerinnen und Schüler einen angemessenen Lernplatz haben.

Wir werden regelmäßig über den Fortschritt berichten