Es war unser bisher größtes Vorhaben in Tansania, an einer Schule mit über 3.200 Schülerinnen und Schülern. Nun ist es geschafft: Die Renovierung der Sekundarschule Shamaliwa bei Mwanza ist vollständig abgeschlossen. Wie es zu dieser Partnerschaft kam und welche Hürden wir zu Beginn überwinden mussten, haben wir im Bericht zum Start der Zusammenarbeit erzählt. Heute möchten wir zeigen, was daraus geworden ist.

Trockene, helle Klassenräume
Ende Juni rückten die Handwerker an, und die Arbeiten gingen in einem Tempo voran, das uns überrascht und sehr erfreut hat. Die meisten Gebäude wurden baulich instand gesetzt, in zahlreichen Klassenräumen wurden neue Bodenfliesen verlegt und beschädigte Deckenplatten ersetzt. Einige Räume erhielten eine neue Elektroinstallation, der Großteil der Klassenzimmer und Gebäude wurde frisch gestrichen. Beschädigte Türen wurden überarbeitet oder neu gefertigt.
Der wichtigste Schritt waren die neuen Aluminiumfenster. Bisher regnete es während der Regenzeit immer wieder in die Klassenräume hinein, Unterricht war dann kaum möglich und Hefte und Bücher wurden nass. Damit ist nun Schluss.


Ein eigener Platz zum Lernen
Zur gleichen Zeit wurden neue Schulmöbel gefertigt, ermöglicht durch die Förderung der Deutschen Postcode Lotterie. Vor Ort entstanden in großer Zahl Tische und Bänke für die Schülerinnen und Schüler sowie Tische und Stühle für die Lehrkräfte.

Für uns ist ein eigener Platz im Klassenzimmer ganz normal. An den meisten Schulen in Tansania ist das nicht so. Tische und Bänke sind völlig überbelegt, viele sind kaputt, und häufig müssen Kinder auf dem Boden sitzen. Ohne eigenen Arbeitsplatz und genug Platz zum Schreiben ist es schwer, dem Unterricht konzentriert zu folgen und die Hefte ordentlich zu führen. Genauso wichtig ist ein fester Arbeitsplatz für die Lehrkräfte. Hier bereiten sie ihren Unterricht vor, korrigieren Arbeiten und führen die Klassenbücher.
Die Möbel wurden genau im richtigen Moment fertig. Am 24. September standen Prüfungen an. Die neuen Tische und Bänke wurden dafür auf dem Schulhof in langen Reihen aufgestellt, sodass alle Prüflinge mit ausreichend Abstand und in Ruhe ihre Prüfungen schreiben konnten.

Freude und neue Motivation
Die Freude in der Schulgemeinschaft ist riesig. Zu Beginn hatten alle mit ein paar Verbesserungen gerechnet. Dass die Schule so umfassend erneuert wird, hatte niemand erwartet. Bei den Lehrkräften ist eine spürbar neue Motivation entstanden.
Auch bei den Eltern und der Gemeinde hat ein Umdenken eingesetzt. Viele Eltern beginnen, den Wert von Bildung für ihre Kinder neu zu sehen, berichtet unser Partner vor Ort Kishosha. Das zeigt sich ganz konkret. Sie lassen ihren Kindern nach dem Unterricht Zeit, in Ruhe ihre Hausaufgaben zu machen, statt sie gleich zur Hausarbeit oder zum Verkauf auf den Markt zu schicken.
Gemeinsam mit der Schulleitung und den Lehrkräften haben wir besprochen, wie wichtig es ist, gut auf das Erreichte zu achten. Die Klassenräume, Möbel und Fenster sollen möglichst lange in gutem Zustand bleiben, damit nicht schon bald wieder ähnliche Schäden entstehen. Die Schulgemeinschaft hat zugesagt, hier Verantwortung zu übernehmen.

Wie es weitergeht
Damit die neuen Räume auch mit gutem Unterricht gefüllt werden, suchen wir einen Schulpaten für Shamaliwa. Wir möchten jedes Jahr Schulmaterialien für die bedürftigsten Jugendlichen bereitstellen und Fortbildungen für die Lehrkräfte ermöglichen, um das Lehr- und Lernniveau Schritt für Schritt anzuheben. Wenn Sie sich eine Schulpatenschaft vorstellen könnten, freuen wir uns sehr über Ihre Nachricht.

Von Herzen Danke
Unser großer Dank gilt der Stiftung Chancen für alle, die die umfassende Renovierung ermöglicht hat. Auch die gesamte Schulgemeinschaft, Lehrkräfte, Eltern und vor allem die Schülerinnen und Schüler, sendet ihre herzlichsten Grüße. Ebenso verbunden sind wir der Deutschen Postcode Lotterie, durch deren Förderung die Schülerinnen und Schüler nun eigene Plätze zum Lernen haben.

