Gastbeitrag von Pauline Aliénor Yon (Autorin und Bildrechte)

Im September 2024 begann für mich und fünf meiner Kommiliton:innen aus dem Masterprogramm Strategy and International Management an der Universität St. Gallen eine besondere Reise. Wir wollten im Rahmen unseres Studiums ein Projekt weiterentwickeln, das nicht nur theoretisch wirkt, sondern das Leben von Menschen ganz konkret verbessert. So entschieden wir uns, die Initiative SIMpowering fortzuführen – ein Projekt gegen Period Poverty.

Die Idee dahinter ist einfach und doch so kraftvoll: Bildungschancen dürfen nicht an Menstruation scheitern. In vielen Regionen fehlt es Mädchen an Mitteln, ihre Periode hygienisch zu managen. Die Folge: Sie bleiben dem Unterricht fern, verlieren wertvolle Lernzeit – und damit auch Chancen für ihre Zukunft.

Durch A Bleistift FOR EVERYONE bekamen wir die Möglichkeit, an der Grundschule Igoma C in der Nähe von Mwanza in Tansania tätig zu werden. Zusammen mit den Lehrer:innen entwickelten wir Workshops, in denen Kinder lernten, wiederverwendbare Binden herzustellen und grundlegendes Wissen über Menstruationshygiene aufzubauen. Wichtig war uns, dass auch die Jungen mit dabei sind – damit das Thema enttabuisiert und in der Schulgemeinschaft offen besprochen werden kann.

Im Februar 2025 reiste ich mit Kenneth und Hinata nach Tansania, während Geraldy, Tanguy und Victor uns von Europa aus unterstützten. Vor Ort erlebte ich eine Energie und Begeisterung, die mich tief berührt haben. Mit einfachsten Materialien nähten die Kinder Binden, die ihnen langfristig helfen werden, ihre Menstruation selbstbestimmt zu meistern. Und wir stärkten die Lehrer:innen, damit dieses Wissen weitergetragen wird – auch nach unserer Abreise.

Für mich persönlich war diese Erfahrung prägend. Ich habe gelernt, dass man keine perfekten Bedingungen braucht, um Veränderung zu bewirken – sondern Mut, den ersten Schritt zu gehen. Ich habe gelernt zuzuhören: den Kindern, den Lehrer:innen, unseren Partner:innen vor Ort. Und ich habe verstanden, dass nachhaltige Veränderung dann entsteht, wenn man Werkzeuge in die Hände der Menschen legt, anstatt nur kurzfristig Hilfe zu geben.

Heute, einige Monate später, blicke ich dankbar zurück: auf Workshops voller Lachen und Neugier, auf Kinder, die stolz ihre neuen Binden präsentierten, und auf Lehrer:innen, die sich mit Leidenschaft für Aufklärung einsetzen. SIMpowering hat mir gezeigt, dass es keine großen Bühnen oder Millionenbeträge braucht, um etwas zu verändern – sondern Menschen, die bereit sind, hinzusehen, zuzuhören und gemeinsam anzupacken.

Ich hoffe, dass SIMpowering weiterwächst – in Igoma, in ganz Tansania und vielleicht noch weit darüber hinaus.

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