Ich bin im letzten Jahr in Pakistan, in der Nähe von Lahore, ganz direkt mit bitterer Armut und einem System des Zusammenlebens in Berührung gekommen, das mir den Luxus unserer eigenen, europäischen Welt vor Augen geführt hat.

In diesem Artikel möchte ich von dem Abhängikeitssystem schreiben, das den Menschen in den Ziegeleidörfern kaum eine Überlebensgrundlage gibt.

Einfachstes Leben 

Die Armut ist unmittelbar greifbar. Die Menschen, die ich in den Ziegeleidörfern besucht habe, überlegen täglich, wie sie etwas zu Essen bekommen. Unsere Lebenswelt wäre für sie pure Überforderung, ein völliger Kulturschock. Mehrere Familien teilen sich ein Haus, und die Kinder übernehmen wie selbstverständlich den Haushalt und die Kinderbetreuung während die Eltern arbeiten. Oft helfen sie auch schon bei der Herstellung von Ziegeln mit. 

Die Menschen leben in einfachsten Verhältnissen in ihren Häusern und die ganze Familie ist in der Ziegelei beschäftigt. Die Kleinsten werden meist von ihren Müttern auf dem Arm, im Tuch oder auf dem Rücken mit zur Arbeit genommen. Wenn es große Geschwister gibt, passen diese auf die Kinder auf, während die Eltern in der Ziegelei arbeiten. Später arbeiten die Kinder, wie bereits ihre Eltern, für den Ziegeleibesitzer. Es gibt nur diesen einen Arbeitgeber.

Zwei Seiten des Zusammenlebens

Das System des Zusammenlebens hat dort zwei Seiten. Zum einen erhalten die Menschen des Dorfes im Notfall finanzielle Unterstützung von ihrem Ziegeleibesitzer, der ihnen neben der Arbeit auch Kredite gibt. Andererseits sind sie so bitterarm, dass sie  praktisch nie in der Lage sind, Geld für Notfälle wie z.B. Krankheit oder für einkommensfreie Zeiten, wie während des Monsuns, zurücklegen können. Dann müssen sie sich Geld vom Ziegeleibesitzer leihen, das sie kaum zurückzahlen können. Sie sind durch die Kredite vom Ziegeleibesitzer abhängig und können z.B. nicht umziehen, solange sie bei ihm verschuldet sind. Der Ziegeleibesitzer verlangt den ortsüblichen Zins, der so hoch ist, dass die Bewohner es durch eigene Arbeitskraft kaum schaffen können, aus den Schulden herauszukommen. Diese Menschen leben in einem gewachsenen System, in dessen Zwänge sie sich fügen, weil ein Ausbrechen unmöglich erscheint und das System seit Generationen so besteht.

Beschwerliche Arbeit

Ziegelherstellung ist schwere Arbeit, die in diesen Dörfern in Pakistan mit einfachsten Mitteln erledigt werden muss. Ziegel werden von Hand geformt und der dafür notwendige Lehm wird mit primitiven Geräten abgebaut und mit den bloßen Füßen gestampft. Ein einfacher Eimer und ein spatenähnlicher Gegenstand sind die Werkzeuge. Auf Handkarren wird der Lehm dann zur Arbeitsstelle gebracht, wo er zu Ziegeln geformt und in der Sonne zum Trocknen auslegt wird. 

Anschließend kommen die getrockneten Ziegelsteine in die mit Kohle beheizten Brennöfen. Auch hier ist sehr handwerkliches Vorgehen an der Tagesordnung. Der Ofen wird für jeden Brenngang erneut aufgebaut und bekommt ein Dach, in dem es Hohlräume für die Kohleglut gibt, die die Temperatur konstant hält. Das Nachfüllen der Kohle muss genau eingehalten werden, damit es nicht zu Fehlbränden kommt. 

Armut und Abhängigkeit

In den Ziegeleidörfern arbeiten die Menschen für einen Lohn, der sie theoretisch ernähren könnte. Für 1.000 Ziegelsteine, die eine Familie ungefähr pro Tag herstellen kann, bekommt sie circa 8,- $.  Das würde prinzipiell reichen, um davon in dieser Region leben zu können. Allerdings bleibt ihnen von dem Geld oft nicht einmal die Hälfte. Die Familien müssen alte Schulden begleichen, die zum Teil ihre Eltern aufgenommen haben. Hier vererben sich Schulden, und so sind die Kinder bereits verschuldet, bevor sie erwachsen sind. Um überleben zu können und die Schulden abzubezahlen, leihen sich die Menschen weiteres Geld und geraten so in eine Schuldenspirale, aus der sie selbst nicht wieder herauskommen. Ein Teufelskreis! 

Wir versuchen mit unserer Partnerorganisation diesem System entgegenzuwirken, um Wege aus der Abhängigkeit zu finden. Unsere Partnerorganisation ermöglicht den Menschen vor Ort im Krankheitsfall kostenfreie, medizinische Hilfe und stellt ihnen in Notzeiten Lebensmittel zur Verfügung . Ebenso werden Brunnen gebaut und damit für sauberes Trinkwasser gesorgt. Unser Beitrag ist der Aufbau von Schulen in diesen Dörfern, um den  Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Nur durch Bildung werden sie es schaffen, aus der Spirale der Not auszubrechen und später ein einfacheres Leben als ihre Eltern zu haben. 

Für jeden verkauften Block von A Bleistift FOR EVERYONE spenden wir jeweils 1 $ an unsere Partneroranisation und ermöglichen damit Kindern den Zugang zu Bildung und eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Projekt durch den Kauf von Stiften und Blöcken unterstützen würden.

 

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