Was für ein Empfang! Mit Blumenkränzen, strahlenden Gesichtern und einer Dankbarkeit, die uns tief berührt hat, wurden wir an an unserer Sekundarschule Arunodaya in den Bergen Nepals begrüßt. Man spürt, dass hier allen bewusst ist, was sich für die Kinder und für die ganze Bergregion verändert hat. Die Stimmung war fröhlich, und viele Jugendliche suchten das Gespräch mit uns, um ihr Englisch zu zeigen und zu üben.

Seit 2022 unterstützen wir die Schule gemeinsam mit der Impeak GmbH aus Potsdam. Als wir anfingen, gab es weniger Lehrkräfte als Klassen. Viele Kinder saßen oft den ganzen Tag ohne fachliche Begleitung im Klassenzimmer. Kein Wunder, dass manche unter solchen Umständen irgendwann wegblieben. Wir haben zusätzliche Lehrkräfte eingestellt, alle mit ausreichend Schulmaterial versorgt und ein tägliches Mittagessen eingeführt.


Gerade das Essen ist hier entscheidend. Viele Kinder, vor allem aus den höheren Jahrgängen, sind eineinhalb bis zwei Stunden zu Fuß unterwegs. Deshalb beginnt der Unterricht erst um 10 Uhr, damit niemand im Dunkeln losgehen muss, und dauert bis 16 Uhr. Einen solchen Tag samt Schulweg hält man nur mit einer richtigen Mahlzeit durch. Früher gingen nach 13 Uhr 50 bis 60 Prozent der Kinder nach Hause, weil sie Hunger hatten, berichtet unser Englischlehrer Sumer. Heute kommen nach seinen Worten 95 Prozent regelmäßig und bleiben bis zum Ende des Schultags.

Ein großer Meilenstein war 2024 die Einführung der Klassenstufen 11 und 12, in Nepal „Plus Two“ genannt. Seitdem kann man an der Arunodaya Abitur machen, als einziger Schule in der gesamten Bergregion Simthali, und das sogar in drei Fachrichtungen: Management, Education und Law.
Statt teurer, maßgeschneiderter Uniformen haben wir den Kindern im letzten Jahr wettergerechte Kleidung ermöglicht: Hosen, Poloshirts, feste Schuhe und einen Fleecepulli. Robuster, praktischer und genau richtig für das Klima in den Bergen. Im April, noch vor dem Monsun, folgen Regenjacken für alle, denn in dieser Zeit regnet es oft heftig und tagelang.

Eine große Baustelle ist allerdings das Wasser. Viele Mädchen und Jungen erzählten uns, dass sie durstig im Unterricht sitzen. Der Staat hat zwar eine Leitung zur Schule gelegt, doch sie funktioniert nicht. Derzeit gibt es kein Wasser zum Händewaschen und keines, um die Toiletten zu spülen, die entsprechend stark riechen. In der Kantine steht nur eine kleine Menge Trinkwasser bereit, die mühsam herangetragen werden muss.

An unseren anderen Projektschulen haben wir gute Erfahrungen mit einer eigenen Leitung gemacht, die ohne Abzweigungen direkt von einer Quelle zur Schule führt. Genau das planen wir jetzt auch hier, ergänzt um ein einfaches Filtersystem, da das Quellwasser aufbereitet werden muss. Die Filter lassen sich vor Ort austauschen, und ein Wechsel pro Jahr genügt.
Als kleines Geschenk hatten wir einen Fußball, einen Volleyball und ein Federballset mitgebracht, und die Begeisterung war groß. Kaum überreicht, wurde schon fleissig damit gespielt.


Und wir haben noch einen weiteren großen Plan für die Arunodaya, aus unserer Sicht wohl der letzte große Schritt an einer Schule, die schon heute beispielhaft ausgestattet ist. Darüber, über unsere neue Schneiderei und das neu eröffnete IT-Lab berichten wir bald in eigenen Beiträgen.