In Nepal scheint es, als ob sich die allgemeine Corona-Situation langsam verbessert. Mit den Impfungen geht es gut voran und auch die Schulen haben wieder geöffnet. Nur der wichtigste Sektor, der Tourismus, liegt noch brach. Dennoch ist das Leben heute ein anderes. Leidtragende sind auch hier vor allem Kinder und Jugendliche.

Perspektivlosigkeit durch Lockdown

Mit der Pandemie stieg der Anteil an Kinderarbeit und Kinderehen wieder enorm an. Einer der Hauptgründe: der fehlende Zugang zu ordentlicher Bildung während des Lockdowns. Schulen und Universitäten waren für ein Jahr geschlossen. Das Angebot an Online-Unterricht war nicht nur dürftig, sondern für die hauptsächlich ländliche Bevölkerung geradezu unrealistisch. Stattdessen gaben viele junge Menschen ihr Studium und ihre schulische Ausbildung auf, zogen von den Städten wie Kathmandu wieder zurück in ihre Bergdörfer, um dort ihre Familien zu unterstützen. Felder beackern statt Bücher wälzen. Die Perspektivlosigkeit des Lockdowns zwang Jungen und Mädchen dazu sich nach Alternativen umzuschauen und ihre Träume aufzugeben

Nur langsam wird der tägliche Schulbesuch wieder normal für die Kinder in Simthali

Doch auch wenn die Schulen wieder geöffnet sind, kommen nicht alle Kinder zurück. Und die die hingehen, müssen befürchten nicht unterrichtet werden zu können. Viele Lehrer konnten durch die Pandemie ebenfalls nicht bezahlt werden und haben sich anderweitig einen neuen Job gesucht. Vor allem aber zerbröckelt das mühsam aufgebaute Ideal eines Selbstverständnisses an hochwertiger Bildung. Während der vergangenen Monate waren die Menschen auf dem Land gezwungen ihre Prioritäten anderweitig zu setzen. Dabei ist Bildung der Schlüssel für ein besseres Leben, nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gemeinschaft.

Langsame Rückkehr zur Normalität

In unserer Mountain School Simthali haben wir im Großen und Ganzen Glück gehabt. Alle Lehrer sind uns erhalten geblieben und so findet der Unterricht in allen Fächern wieder statt. Leider sind aber auch hier nicht alle Schüler zum Unterricht zurückgekehrt. Von den ehemals 97 Kindern kommen noch 85. Die Lehrer und Ram, unser Partner in Nepal, besuchen nun die Eltern, der dem Unterricht fernbleibenden Schüler und versuchen sie zu überzeugen, ihre Kinder wieder zur Schule zu schicken. Das tägliche, kostenlose Mittagessen in der Schule ist auch hier ein wichtiges Argument für die arme Bevölkerung der Bergdörfer. Wir drücken unseren Lehrern die Daumen, dass sie alle Eltern durch Argumente und Aufklärungsarbeit überzeugen können, damit die Kinder durch eine gute Ausbildung bessere Chancen für ihr Leben erhalten.

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