Wer hierzulande an seine Kindheit zurückdenkt, wird sich vermutlich an eine unbeschwerte und sorglose Zeit zurückerinnern: Nach der Schule ging es meist auf den nächsten Bolz- oder Spielplatz und alle Anstrengungen des Tages waren sofort vergessen. Doch was für uns selbstverständlich ist, ist für die Kinder der Mountain School Simthali ein kostbares Gut. Vor und nach dem Unterricht warten auf die Kinder nicht nur Hausaufgaben, sondern auch zahlreiche andere Verpflichtungen, wie etwa die Feldarbeit, Unterstützung im Haushalt oder die Versorgung der kleineren Geschwister. Zum Spielen, zum Kind sein, bleibt da kaum Zeit übrig. Daher sind wir umso glücklicher, berichten zu können, den Kindern diese Zeit nun ein Stück weit geben zu können mit einem neuem Spielgerät.

Das neue Spielgerät mit Rutschen, Wippen und einer Schaukel steht nun in einem Gebäude auf dem Gelände der Mountain School. Dort ist es geschützt und kann auch in den Monaten des Monsuns von den Kindern während der Pause ausgiebig genutzt werden. Für die Anfertigung der Spielkonstruktion beauftragten wir den Schreiner des Dorfes, sodass wir dadurch nicht nur bezahlte Arbeit ermöglichen konnten, sondern bei eventuellen Reparaturen der Fachmann bereits zur Stelle ist. Mit viel Mühe, Herz und Leidenschaft zimmerte er für die Kinder ein einzigartiges Spielgerät zusammen, welches Kinderaugen leuchten lässt.

Eine Vision wird wahr

Dass das Spielgerät in dieser Form so verwirklicht werden konnte, ist einem glücklichen Zufall geschuldet. Bereits vor einem halben Jahr kontaktierte uns Ram Hari, unser Partner vor Ort, und bat im Namen der Kinder um ein Spielgerät. Doch war zu jenem Zeitpunkt Nepal und so auch das Bergdorf besonders hart von der Pandemie betroffen, sodass wir gezwungen waren, die Prioritäten anderweitig zu setzen. Zu jener Zeit mussten wir bis in die Existenzgrundlagen der Dorfbewohner eingreifen. Etwas mehr als einen Monat später kontaktierte uns Ram deswegen erneut, und schilderte die Dringlichkeit, wie wichtig dieses Spielgerät für die Kinder ist. Denn es ist gleichzeitig auch ein Zufluchtsort für sie, um die Sorgen des schweren Alltags zu vergessen.

Ab dann begann das Projekt Form anzunehmen, doch wir waren sehr skeptisch, ob wir in Zeiten der Pandemie Spender dafür gewinnen können. Auf die Frage einer Familie aus Frankfurt, was momentan dringend an der Schule benötigt wird, beschrieben wir den großen Wunsch der Kinder. Die Familie W. erklärte sich sofort bereit, dieses Projekt zum großen Teil zu finanzieren. Sie wollten den Kindern etwas schenken, woran sie Freude und Spaß haben, wo sie einfach Kind sein können. Sie meinten, gerade in schweren Zeiten ist es wichtig, nach vorne zu schauen und Positives erleben zu dürfen.

Wir sind sehr dankbar, für die großzügige Unterstützung der Familie W., durch die wir diese Vision verwirklichen konnten.

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