Wir haben uns mit Roshan Budhathoki getroffen. Er ist ehemaliger Schüler der Grund- und Sekundarschule Arunodaya in Simthali in Nepal und studiert heute an der Universität. Er gehört zu den ersten, die vor Ort ihr Abitur machen konnten.

Roshan ist in Simthali aufgewachsen. Seine Familie lebt von der Landwirtschaft. Die grundlegenden Bedürfnisse waren gedeckt, doch darüber hinaus fehlte es oft an vielem.

Wenn er auf seine Kindheit zurückblickt, spricht er vor allem über die Hürden, die den Zugang zu Bildung erschwert haben.
„Es war für meine Familie sehr schwierig, Schulmaterialien zu finanzieren“, sagt er. „Und an der Schule gab es nicht genug Lehrkräfte.“

Auch der Schulalltag selbst war häufig unterbrochen. Hunger spielte dabei eine zentrale Rolle.
„Viele Kinder sind mittags schon nach Hause gegangen, weil sie Hunger hatten“, erinnert er sich. „Man konnte sich im Unterricht oft nicht konzentrieren.“

Im Jahr 2022 veränderte sich diese Situation grundlegend. Zu diesem Zeitpunkt begann A Bleistift FOR EVERYONE, die Schule Arunodaya gezielt zu unterstützen. Neben der Bereitstellung von Schulmaterialien und einem täglichen Mittagessen wurden zusätzliche Lehrkräfte eingesetzt und weiterführende Strukturen aufgebaut, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihr Abitur direkt vor Ort zu absolvieren.

Für Roshan war das ein klarer Wendepunkt.

Er erhielt die Materialien, die er für den Unterricht brauchte, und konnte sich darauf verlassen, täglich in der Schule versorgt zu werden. Damit entfiel ein wesentlicher Grund, den Unterricht vorzeitig zu verlassen, gleichzeitig wurde seine Familie spürbar entlastet.
„Wenn es das nicht gegeben hätte, hätte ich oft den Unterricht verlassen müssen, um zu Hause zu arbeiten oder weil ich einfach zu hungrig gewesen wäre“, sagt er. „So konnte ich den ganzen Tag bleiben.“

Auch die verlässlichere Unterrichtssituation machte für ihn einen Unterschied. Mehr Lehrkräfte bedeuteten weniger Ausfall und mehr Kontinuität. Gleichzeitig fühlte er sich in seinem Weg bestärkt.
„Meine Lehrer haben mich motiviert, weiterzumachen und mich zu verbessern.“

Aus einem unregelmäßigen Schulbesuch wurde so ein strukturierter Alltag. Schritt für Schritt entstand die Grundlage, auf der Roshan seinen Bildungsweg fortsetzen konnte.

Heute studiert er Betriebswirtschaftslehre (BBS) am Adarsha Multiple Campus in Sanothimi, einer Einrichtung der Tribhuvan University. Die Entscheidung für dieses Fach hat er bewusst getroffen.
„Es ist mein Interessensbereich und ich bin zufrieden mit meiner Wahl.“

Der Übergang an die Universität bringt neue Herausforderungen mit sich. Roshan finanziert einen Teil seines Alltags selbst und verbindet sein Studium mit einer Teilzeitarbeit. Gleichzeitig übernimmt er als ältester Sohn Verantwortung für seine Familie.
„Ich habe Verantwortung für meine Eltern und Großeltern“, sagt er. „Ich möchte für meine Familie sorgen und auch etwas für die Gesellschaft tun.“

Sein Ziel ist klar: Nach dem Studium möchte er im Bankensektor arbeiten, idealerweise als staatlicher Bankangestellter.

Wenn er auf seinen bisherigen Weg blickt, wird deutlich, welche Bedeutung die Unterstützung für ihn hatte.
„Ohne diese Hilfe wäre es für mich nicht möglich gewesen, weiter von Bildung zu träumen und meine Ziele zu verfolgen.“

Sein Rat an andere Kinder in ähnlichen Situationen ist klar:
„Man sollte nie aufgeben und an seinen Zielen festhalten.“

Roshans Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn die grundlegenden Voraussetzungen für Bildung gegeben sind: verlässlicher Unterricht, ausreichende Materialien, motivierende Lehrkräfte und ein Schulalltag ohne Hunger.

Viel Erfolg für deinen weiteren Weg, Roshan.

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