Nach unserem Besuch am Johann Sebastian Bach Gymnasium in Mannheim ging meine Reise durch Baden-Württemberg weiter, zu einer Schule, die wie das Bach-Gymnasium zur evangelischen Landeskirche gehört: dem Evangelischen Mörike-Gymnasium mit Aufbaugymnasium und Realschule in Stuttgart, in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung Stuttgart.
Eine Empfehlung mit Geschichte
Diesen Besuch verdanken wir Melina Hofmann. Sie ist ehemalige Schülerin des Bach-Gymnasiums und hat unser Projekt genau dort kennengelernt. Ihr tatkräftiger Einsatz hat dafür gesorgt, dass am Mörike-Gymnasium bereits seit einem Jahr unsere Blöcke, Bleistifte und weitere Produkte bei diversen Veranstaltungen angeboten werden. Für mich war es trotzdem der erste persönliche Besuch an der Schule, und ich war umso mehr davon beglückt, wie herzlich ich dort empfangen wurde.
130 Schülerinnen und Schüler, eineinhalb Stunden voller Austausch

Auch hier durfte ich einen Vortrag halten, diesmal vor den gesamten fünften und sechsten Klassen von Gymnasium und Realschule, insgesamt rund 130 Schülerinnen und Schüler. Eineinhalb Stunden lang haben sie zunächst gebannt zugehört und sich anschließend aktiv in den Austausch eingebracht. Ich habe ihnen von unserer Arbeit an Schulen in Nepal und Madagaskar berichtet: von weiten Schulwegen, fehlenden Materialien und bedrückenden Lebensumständen, aber auch von Motivation, Lernwillen und den Perspektiven, die daraus für die Kinder entstehen.



Die Fragen und Gedanken der Jugendlichen gingen weit über den Vortrag hinaus: von ihrer eigenen Einschätzung der Lebenssituation von Kindern in Entwicklungsländern bis hin zu ganz konkreten Ideen, wie die Schule unsere Projekte unterstützen könnte. Besonders beeindruckt haben mich reflektierte Aussagen wie die, wie traurig es sei, dass es den Kindern dort so gehe, während sie selbst nicht einmal verstehen würden, was für ein Privileg es ist, nicht arbeiten zu müssen, dabei wären sie doch selbst oft gar nicht so gerne in der Schule. Es entstanden auch etliche Vorschläge für Aktionen, mit denen die Schule unsere Arbeit unterstützen könnte.
Ein besonders schöner Zufall: Meine nächste Reise nach Madagaskar steht unmittelbar bevor. Vielleicht ergibt sich dort ja genau das passende, nachhaltige Projekt, das das Evangelische Mörike-Gymnasium künftig unterstützen könnte. Wir sind gespannt, wohin diese Verbindung noch führt.


Ein Schulfest bis in den Abend
Im Anschluss an den Vortrag fand das Schulfest statt, das bis in die Abendstunden ging. Gemeinsam mit Melina, Claudia Lions, einer weiteren Lehrerin des Gymnasiums, und ihrem tollen Team der FAIRies, der Fairtrade-AG der Schule, habe ich unseren Stand betreut. Die Resonanz der Eltern war durchweg positiv – viele von ihnen hatten bereits eine ausführliche Zusammenfassung meines Vortrags von ihren Kindern bekommen.
Eine Mutter erzählte mir eine besonders schöne Geschichte: Mitten in einem Meeting rief ihre Tochter sie an. Als sie fragte, ob es denn wirklich wichtig sei, kam die Antwort: „Das ist jetzt extrem wichtig, Mama. Du musst zuhören, weil wir müssen diesen Kindern helfen.“
Genau das macht diese Besuche für mich so wertvoll: Wenn wir Kinder und Jugendliche so mitnehmen können, dass sie selbst aktiv werden wollen. Denn wer sich engagiert, bewegt etwas.
Vielen Dank an das Evangelische Mörike, an die FAIRies und an Melina und Claudia für ihren Einsatz und diesen wunderbaren Tag.
Von der nächsten Station unserer Baden-Württemberg-Reise berichten wir im nächsten Beitrag.